Pizzabäcker 1.0

Als mein Bub noch klein war, haben wir gerne zusammen Pizza gebacken. Ich hab gerne den Teig mit richtiger Hefe gemacht, wie es mir meine Mam gelernt hat: „Erst a Toagal“ (erst einen Vorteig), und immer wieder „gehen lassen“! Vor allem das Kneten hab ich gerne gemacht, das Gefühl den Teig in den Händen zu spüren. Belegt hat dann jeder seine Hälfte des Blechs mit seinen Lieblingszutaten. Doch später hatte ich dann keinen Nerv mehr für das umständliche Prozedere mit der Hefe und dem „gehen lassen“, es musste schnell gehen.

Aber heute: wenn ich schon bei Semmeln 2.0 angelangt bin, dann wird doch wohl auch eine Pizza gehen. Und vor allem die „Pizza senza formaggi“ beim Italiener hängt mir schon zum Hals raus. Flugs bei chefkoch.de nach Pizza – vegan gesucht und ein Rezept ausgedruckt: Räuchertofu-Pizza mit veganem Schmelzkäse, natürlich alles selbstgemacht.

Sehr angenehm, der Teig geht ja fast wie bei Semmeln. Und über die chefkoch-Videos hab ich gelernt, dass heut ein „Toagal“ gar nicht mehr üblich ist! Man verrührt die Hefe in lauwarmen Wasser und legt dann gleich los. Nur der Teig muss noch 1 Stunde gehen.

Beim veganen Käse hab ich die eineinhalb Teelöffel Salz noch ganz locker reingekippt, hab ich doch mittlerweile gelernt, dass 1 TL heißt „ein gehäufter Teelöffel“, wenn sie einen gestrichenen meinen, dann schreiben sie es auch hin. Bei den 6 EL Hefeflocken hab ich dann sicherheitshalber nochmal kontrolliert, ob es nicht beim Umrechnen von 4 auf 2 Portionen ein Fehler eingeschlichen hat, aber nein! Also beherzt die 6 EL reingekippt (gut, dass ich eine frische Packung gekauft hatte, 6 gehäufte EL sind eine ganze Menge!).

Beim „auswoigln“ (dünnes Ausrollen des Teigs in das Backblech) dann der erste Stolperstein: Mein Backblech ist viel zu tief, oder mein „Nodlwoigler“ (Teig-Roller) ist zu dünn! Was tun? Da hilft nur noch den Teig außerhalb auf der Arbeitsplatte ausrollen – doch da ist zuwenig Platz wegen meiner Keramik-Unterlage für den Wasserkocher. Irgendwie hab ich ihn dann ausgewoiglt und kunstvoll in das zu tiefe Backblech gehieft.

Die Küche hat ausgesehen, wie eine Backstube, alles voll Mehl! Wie macht man gleich eine „klassische Mehlschwitze„? Schnell noch ein DYI-Video guugeln. Dann fällt mir noch die offene Packung Spaghetti aus dem Regal! Auf den Herd und auf den Boden! Egal, Hauptsache die Pizza wird rechtzeitig fertig, ich wollte ja noch in die Abendmeditation.

Ausschauen tuts ja toll, mit dem braunen veganen Käse, den bunten Zutaten, AAAber: Total versalzen, und alles schmeckt nach den Hefeflocken! Runterkratzen kann man das Zeugs kaum die Hälfte ist auch unter den Beilagen auf die Tomatensauce vertrichen. Am nächsten Tag hab ich dann die 2. Hälfte nochmal kalt probiert, aber nicht zu essen. Also schweren Herzens in den Müll.

Morgen kommt dann „Pizza 2.0“ …

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