Dinkelfladenbrot aus der Pfanne

Gestern war wieder Zeit für meinen wöchentlichen Hildegard-Dinkel-Brotfasten-Tag, aber hier im Wohnwagen am Ammersee hab ich keinen Backofen. Aber ich hab schon soviele Bushcraft-Videos über das Fladenbrotbacken in der Pfanne gesehen, dass ich das auch mal ausprobieren wollte.

Auf Chefkoch hab ich erstmal nach Rezepten gesucht. Es gibt dabei ganz unterschiedliche Angaben über die Dicke des Fladens und ob man Öl dazutun sollte, oder nicht. Ich hab mir aus allen Quellen und meinen Vorlieben aus dem bisherigen Backerfahrungen das folgende Rezept zusammengestellt:

500g Dinkel Vollkornmehl in eine Schüssel wiegen (ohne Sieben, weil sowas hab ich hier nicht).

4 gestrichene TL Salz

In Summe etwa 1 geh. TL Brotgewürz,  ich hab rein, was grad da war: je ein paar Stäuberl gem. Kümmel, gem. Koriander und einige ganze Fenchelsamen aus einem Hildegard-Fencheltee raus. Wenn ich noch gem. Anis dazugegeben hätte, dann wärs fast wie das fertige Brotgewürz vom Alnatura gewesen.

1 Beutel Trockenhefe dazugeben und mit einem EL umrühren.

Das ganze schaut dann so aus:

Dann

2 EL Rapsöl (nach Hildegard ist Olivenöl schlecht für Hämorriden) und in einem Becher etwa

330 ml lauwarmes Wasser mischen, aus kaltem und heißem (Daumen mal Pi) und portionsweise dazugeben. Dazu mit dem Esslöffel in der Mitte kreise rühren, und immer wenn es trocken wird, noch einen Schwupps Wasser dazugeben. Zum Schluss hin dann mit der Hand kneten (dazu gibts gute Videos auf Chefkoch). Das Wasser immer vorsichtiger zugeben, nur noch die Hand befeuchten, und dann weiterkneten bis es trocken wird. Es sollte noch ein kleiner Rest Mehl in der Schüssel sein. Wenn man dann noch Wasser zugibt, dann wirds schnell batzig.

Wenn sich der Teig schön geschmeidig anfühlt, so nach mindestens 5 Minuten, zu einer Kugel formen, ca. 1/4tel  mit dem Löffel abstechen (Teigschaber wäre besser)  zu einer kleinen Kugel formen,  mit Mehl bestäuben, mit einem trockenen Baumwolltuch (ein sauberes Unterhemd) bedecken und in den beheizten Kleiderschrank stellen (tja, in einem Wohnwagen gibts sowas). Ansonsten einfach dahin, wo es warm ist, damit der Teig gehen kann.

Den Rest des Teiges hab ich mit einem feuchten Baumwolltuch (ein sauberes Handtuch) abgedeckt und in den Kühlschrank gestellt. Beim Hildegardfasten letztes Jahr hab ich gelernt, dass man sich dann immer portionsweise was abstechen kann und frisch aufbacken. Ich hab ja auch kein Gefrierfach hier draußen. Der Teig soll 5 Tage halten.

Nach einem ausgiebigen Nordic-Walking Marsch hatte ich dann ordentlich Hunger und wollte zu meinem Kopfsalat (das Mittagessen beim Hildegard-Dinkel-Brotfasten-Tag) ein paar frische Fladenbrote genießen. Ich hab dann den aufgegangenen Teig nochmal kurz durchgeknetet und 4 längliche Fladen daraus geformt. Teils mit einem leeren Joghurtglas, teils einfach gedrückt und gezogen. Man muss ein bisschen Mehl draufstäuben (also vorher nochwas übriglassen), damit es nicht am Glas anklebt. Auch wenn man sie – aus Platzmangel im Wohnwagen – stapeln muss, hilft das leichte einmehlen gegen verkleben.

Die Dicke hab ich nicht gemessen, aber auf alle Fälle dicker als Pizzateig. Ich hab mich an den griechischen Pittafladen orientiert, aber ein bisschen dünner, weil sie ja wohl aufgehen beim Backen.

Hier im Foto sind die Fladen noch rund bzw. viereckig, erst als ich sie in die Pfanne legen wollte, hab ich gemerkt, dass sie zu groß sind. Auf längliche Form gezogen hab ich dann 2 untergebracht.

2018-03-17 12.10.113 EL Bratöl (ein preiswertes Bio-Bratöl, siehe Foto) in die auf voller Gasflamme 2 min vorgewärmte beschichtete Pfanne geben und 2 Fladen darin auf voller Pulle backen (mit Deckel).

Ich hab nach je 1 Minute gewendet (den Handy-timer auf Repeatfunktion gestellt), weil die Zeitangaben sehr unterschiedlich waren, bis sie gar sind. Es hängt natürlich von der Dicke der Fladen und der Hitze ab.

Nach insg. 2 Minuten pro Seite haben sie angefangen zu verkohlen und das Öl zu rauchen, dann raus und probieren – trotzdem:     s e h r      L E C K E R !!!

Für die zweite Charge hab ich dann die Flamme etwas kleiner gestellt (ca. 3/4), noch einen EL Öl in die Pfanne, und wieder alle Minute gewendet. Nach 2 min pro Seite waren sie goldbraun und knusprig. Voila:

Das ganze hat gleich noch besser geschmeckt, als Semmeln aus dem Ofen, vermutlich wegen dem Öl. Erstaunt war ich, dass das preiswerte Öl so einen tollen Geschmack entfaltet hat. Die 4 Fladen waren am Abend alle weg, beim Hildegard-Dinkel-Brotfasten-Tag darf man ja soviel Dinkelbrot essen, wie man mag. Nächstes Mal versuch ich es aber mal mit weniger, oder gar keinem Öl, denn das schmeckt einfach zuuu gut fürs Fasten <g> 😉

Fazit

Man kann auch ohne Herd sehr leckeres (Fladen-) Brot backen, wobei natürlich die vorher gelernten und geübten Kochtechniken sehr hilfreich waren. Im beengten Wohnwagen ist alles etwas schwieriger, besonders beim ersten Mal. Ich freu mich schon auf die nächsten Brote aus dem Kühlschrank. Ich möcht auch mal auf dem Spirituskocher probieren – stay tuned, wie der Youtuber sagt 😉


Nachtrag vom 2018-03-18:

Habs nochmal mit dickeren Fladen probiert. Geht auch, und es passen 4 Stück (also ein viertel der Teigportion von 500g) auf einmal in die Pfanne. Jede Seite ca. 2 min auf volle Gasflamme (2 min Vorheizen), bei minütigem Wenden. Mit Deckel!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.