4 Wochen im Intersein-Zentrum – Qigong con bastoncino

Schon seit Jahren praktiziere ich fast täglich begeistert das Bambusstock-Qigong und staune über die gesundheitlichen Verbesserungen für meine Knie, Hüften, Rücken, Nacken und mein allgemeines Wohlbefinden. Bambusstock-Qigong ist eine vietnamesische Variante des Qigong, eben mit einem Stock aus Bambus und etwas flotter. Es besteht aus insgesamt 16 Übungen, und so richtig hatte ich es hier im Intersein-Zentrum von einem vietnamesischen Mönch und TCM Arzt gelernt – Thay Phap Lu. Jetzt konnte ich mein Wissen weitergeben.

Schon vom ersten Tag an hatte ich Freude am Bambusstock-Qigong an der frischen Luft, vom schier endlosen Bayer. Wald umgeben, und vom Gesang vielerlei Vögel begleitet. Und gleich gesellten sich auch liebe Menschen dazu, die von mir das Qigong mit dem Bambus lernen wollten.

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Bei den Sangha-Wochenenden der GAL (Gemeinschaft für Achtsames Leben) hab ich jeden Morgen mit der ersten Übung angefangen, und dann soweit gemacht, wie die Zeit reicht. Am nächsten Morgen konnten wir dann die ersten Übungen zügiger durchführen, weil ich nicht mehr soviel erklären brauchte, und wir kamen immer ein Stück weiter. Für alle 16 Übungen hat aber die Stunde selten gereicht, obwohl ich allein mit Aufwärmen nur 25 Minuten brauche. Mir war gleich klar, dass in den 4 Wochen immer wieder Neue dazustoßen würden, und wir hatten nur eine halbe Stunde, sodass ich mir ein anderes Vorgehen überlegte: Ich machte immer dort weiter, wo wir am Vortag aufgehört hatten. So waren immer alle Teilnehmer*innen auf dem gleichen Kenntnisstand und konnte im Anfängergeist üben. Nur einige besonders treue Schüler erlebten einen kompletten Durchlauf, und hatten dann aber auch noch Freude daran Feinheiten zu entdecken, wie z. B. die korrekte Atemtechnik: Ein durch die Nase – aus durch den Mund.

Ich lernte aber auch von den Teilnehmer*innen. Von einer, die Formationstanz der Standardtänze übt, erfuhr ich, dass sie dort im Prinzip die gleichen Aufwärmübungen machten. Allerdings war bei zwei Übungen die Fußhaltung eleganter: Beim Kreisen des Unterschenkels und des Oberschenkels streckte sie den Fuß wie eine Ballet-Tänzerin. Das sah nicht nur schön aus, sondern führte zu einer ganz anderen Haltung im ganzen Körper. Das war bis in die Schultern zu spüren!

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Einer der italienischen Gäste erzählte mir denn auch, dass diese Aufwärmübungen von den Chinesen „Open the gates“ genannt werden. Er hatte einige Jahre in China Qigong studiert und dort gelernt, dass die Meridiane Kanäle seien, durch die das Qi (die Lebensenergie) fließt. Die Gelenke, also Handgelenk, Ellenbogen, Schulter, usw. sind dabei die Tore (gates) die offen sein müssen, damit das Qi frei fließen kann.

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Während des Retreats mit vielen Gästen aus Italien wurde meine Übungseinheit vorgestellt als „qigong con bastoncino di bambù“ und ein Qigong Lehrer stellte seine Übungen vor als „qigong senza bastoncino di bamù“. Am lazy day hatte ich die Gelegenheit vor dem Abendessen auch mal bei ihm mitzumachen, er lehrte das was ich als „Die 8 Brokate“ kannte. Weil wir eine sehr internationale Gruppe waren, Italiener, Deutsche, Holländer und auch nicht jeder Englisch verstand, erzählte er nicht soviel, sondern ermunterte uns dazu gut zuzusehen und dann einfach mitzumachen. Oft war ein kurzes „Cambio“ beim Wechsel der Drehrichtung, oder vor einer neuen Übung sein einziger Kommentar. Von den Wechselstuben am Brenner, als es noch D-Mark und Lire gab wusste ich, dass Cambio „Wechsel“ hieß, das passt nicht nur bei Geld, sondern auch mit Qigong-Übungen. Das Wort übernahm ich dann auch bei meinen Übungen, sobald Italiener dabei waren – und manchmal als Scherz auch bei Deutschen 😉

Einmal wurde ich gefragt, ob man sich aus dem hiesigen Garten einen Bambusstock schneiden darf. Ich schickte ihn mit der Frage zu Helga, und wenn sie es erlaubte, dann hätte ich auch gerne einen. Das wäre ein schönes Andenken – hier mit der Energie und der Liebe des Intersein-Zentrums gewachsen, und ganz ohne chemische Imprägniermittel. Die Stöcke in den Baumärkten und Gartencentern sind ja alle irgendwie behandelt, damit sie als Blumenstütze nicht so schnell verrotten. Helga sagte „Ja“ und so zogen wir mit der Säge los zum Bambus ernten! Nun übe ich daheim mit einem noch grünen Intersein-Bambus, von einem schön geschnitzten „A“ geziert.

Dieses video zum mitmachen (Englisch) empfehle ich gerne:

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3 Kommentare zu „4 Wochen im Intersein-Zentrum – Qigong con bastoncino

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