4 Wochen im Intersein-Zentrum: Was sonst noch war

In dem farbenfrohen Intersein-Kuchen gibt es noch ein paar kleinere Rosinen, die ich hier für euch herauspicken möchte, bevor es hier im Wohnwagen zu heiß wird.

Regen

Die Wettervorhersage App von wetteronline.de hat mich schon viele gute Dienste geleistet, aber bei dem wechselhaften Wetter seit meinem Geburtstag, da hat es auch mal nicht so gut funktioniert. Helga führte uns in die Gehmeditation, aber schon nach kurzem fing es an zu regnen. Weil die meisten der Teilnehmer*innen noch ganz auf Sommer eingestellt waren, kehrte sie um. Ich ging jedoch weiter, im Vertrauen auf obige Wetter-App, die nur einen kleinen „hellblauen“ Nieselschauer vorhergesagt hat.

Der dichte Wald hielt zwar den ersten Nieselregen ab, aber dann wurde es immer stärker, und so suchte ich mir eine Buche („Buchen sollst du suchen“) und wartete unter ihr den gröbsten Regen ab. Denn auch meine Goretex-Jacke war schon durchweicht und ich spürte es kalt den Rücken runterlaufen.

Aber der Klang des Regens, wie er vom Blätterdach tausendfach aufgefangen wurde, der war einfach wunderschön. Hör selbst:

Vogelnest

Neben dem Garten war im Frühjahr ein Vogelnest, das von einem der Gäste liebevoll beschützt wurde. Er übertrieb es allerdings etwas mit seiner Führsorge, sodass sich die Vogeleltern nicht mehr zum Brüten in das Nest trauten.

Helga brachte schließlich das Nest mit in den Morgenkreis und erzählte uns die Geschichte. Wir rätselten wessen Vogel die Eier wohl waren, und eine meinte „Amsel“.

Wenn nur wenige Gäste da sind, dann wird der Morgenkreis auf einer Seite des Speisesaals abgehalten, der zu diesem Zweck freigeräumt ist. Nur für das große italienische Retreat holten wir dann die Tische aus der Garage.

Blaubeeren

Es gibt im Bayer. Wald auch „wilde Bären“, aber nur die „Blaubeeren“ 😉 Zum ersten Mal in meinem Leben konnte ich sie frisch vom Strauch ernten. Hier im Bild wurde schon ziemlich abgeerntet, aber später fand ich auch noch versteckte Büsche, die voller köstlicher Früchte waren. In anderen Regionen werden diese auch „Heidelbeeren“ genannt.

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Das Pflücken dieser kleiner Beeren in gebückter Haltung ist eine echte Achtsamkeits- und Geduld-übung. Um für die ganze Gemeinschaft im Rahmen des Achtsamen Tuns genügend zusammenzubringen, hält das Intersein-Zentrum auch professionelles Beerenpflückerwerkzeug bereit. Das war auch das erste Mal, dass ich so ein Ding zu Gesicht bekam:

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Tannenzapfen

Was man meistens so im Wald rumliegen sieht, sind keine Tannenzapfen, sondern Fichtenzapfen. Die Zapfen der Tanne lösen sich hoch oben in den Baumwipfeln in ihre Bestandteile auf, wenn sie reif sind. Hier hat aber ein Sturm einen ganzen, unreifen Zapfen samt Ast herunter geworfen. Der links daneben wurde wohl von einem Eichhörnchen angenagt?

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Nach der Erleuchtung: „Wäschewaschen“

So beginnt der Titel eines empfehlenswerten Buches von Jack Kornfield. Ich wollte nicht bis zur Erleuchtung warten, sondern als meinen Wäscheberg groß genug war, nutzte ich einen sonnigen Vormittag zum Waschen und anschließenden Lufttrocknen.

Dabei lernte ich die Gepflogenheiten beim Wäschewaschen im Intersein-Zentrum kennen. Im Waschkeller stehen zwei moderne Waschmaschinen, von Miele und Siemens, wenn eine frei ist, legt man los. 2 Euro ins Spendenglas und Spülmittel in die Wäschekammer. An der Wand hängt ein Info-Blatt mit der Regelung zu den Waschzeiten, wohl um den Nachtstrom auszunutzen oder das Argument der Kernkraft-Betreiber mit der „Grundversorgung“ abzuschwächen.

Mit meinem Einkaufswägelchen hab ich dann die nasse und saubere Wäsche zum Trocknen ins Freie gebracht.

Hängematte

Mein liebster Ort zum Abhängen ist die Hängematte. Weil mein Lieblingsbaum gefällt wurde (der wo man auch im Wald die Sonne genießen konnte) wählte ich den Platz bei den Birken. Der schräge Baum ist übrigens abgebrochen, und hängt wie das berühmte Schwert des Damokles in den Birken, bereit beim nächster Gelegenheit umzufallen. Ich vertraute auf die Stabilität der Äste und hing genau drunter.

Wenn die Sonne doch zu heiß wurde, dann spannte ich meinen Expeed Ultra-Light Poncho als Sonnensegel darüber, so wie ich es auf dem Kanal von Corporals Corner auf Youtube gelernt hatte:

Wenn es kühl und windig war, dann hielt das Setup als Windschutz das gröbste ab. Zwei Ecken an der „ridgeline“ befestigen, die anderen beiden mit Häringen dicht am Boden:

Transformation

Helga erklärt das Dharma gerne an einem praktischen Beispiel, in dem von ihr „Alchemie-Platz“ genannten Ort. In der grünen Tonne werden alle Küchenabfälle, Teebeutel und sonstiges gesammelt, dann geschieht die Transformation ganz von selbst, wenn die Bedingungen förderlich sind (Karl), und zum Schluss wachsen Blumen und Gemüse für die Küche darauf. Genau so kann man es auch mit unheilsamen Gefühlen machen.

Im Hintergrund des mittleren Bildes ist ein Komposthaufen von Kürbis überwuchert. Helga sagt dazu, der Kürbis pflanzt sich selber an. Es waren wohl einmal Kürbiskerne im Kompost, und die überstehen die Zeit in der Tonne. Sobald sie dann auf einen Haufen kommen, dann sprießt der Kürbis. Der kommt in die Küche, die Reste auf den Kompost und so weiter …

Siebenschläfer

In die Zeit meines Aufenthalts fiel der Siebenschläfer-Tag, der diesmal aber vom Wetter ignoriert wurde. Aber im Lüftungsschacht vom Heizungskeller in die Werkstatt, da haben es sich zwei richtige Siebenschläfer eingerichtet.

Als ich mal in der Werkstatt zu tun hatte, da kam einer der beiden neugierig heraus, und wollte mal gucken, was ich da so mache. Als gäbe es keine Schwerkraft kletterte er aus seinem Loch und um die Lüftungsplatte herum. Später ist er dann noch das glatte Kabel hoch und an der Decke entlang.

Mir gefallen besonders seine großen schwarzen Kulleraugen, die wie Knopfaugen eines Plüschtiers aufgesetzt wirken.

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Der Erwachte

Im Rahmen einer Gehmeditation durch den Garten klärte uns Helga auf über die Bedeutung dieser Statue. Nach der Legende soll der Buddha gleich nach seiner Geburt diese Geste gemacht haben, ein Finger zeigt zum Himmel (der Zeigefinger), der andere zur Erde. Für die Menschen damals war das ein Zeichen für einen erwachten Menschen.

Diese und auch die anderen Statuen im Garten vom Intersein-Zentrum stammen aus Vietnam und wurden dem Zentrum geschenkt.

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Sprechstab mit High-Tech

Helgas Gehör ist leider mittlerweile schwach, dass auch ein herkömmliches Hörgerät für die Gesprächsrunden in größeren Kreisen nicht mehr ausreicht. Aber Karl hat eine technische Lösung ausfindig gemacht. Diese kleine Teil kann man in der Hand halten, oder an das Hemd clippen. Über Bluetooth hält es dann Verbindung mit einem Empfangsteil, das Helga um den Hals trägt, und das Gesprochene an das Hörgerät weiterleitet.

Eine Teilnehmerin wusste das nicht, und hielt das Ding für einen symbolischen Sprechstab und legte es vor sich auf den Boden.

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***

Das waren nun meine Geschichten und Erkenntnisse von einem Monat im Intersein-Zentrum. Ich hoffe, sie haben dir gefallen? Wenn ja, subscribe, like and share, wie die Youtuber sagen 😉

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Ein Kommentar zu „4 Wochen im Intersein-Zentrum: Was sonst noch war

  1. Lieber Arno,
    es ist so schön bei Dir zu lesen. Was Du alles erleben durftest!
    Hohenau scheint mir wirklich ein ganz besonderer Ort zu sein. Mit Siebenschläfern im Keller und blauen Bären im Wald…und einem Buddha, der mit seinen Fingern die Allverbundenheit zeigt.

    Wer hat die hübschen Eier ausgebrütet?

    Liebe Sonnengrüße,

    Taija

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