Apranihita – „Ziellosigkeit“

das-herz-von-buddhas-lehre-leiden-verwandeln-die-praxis-des-gluecklichen-lebens-978-3-451-05412-9-16871Gestern haben wir in der Uttinger Sangha im Buch „Das Herz von Buddhas Lehre“ von Thay (Thich Nhat Hanh) das Kapitel über das 3. Tor zur Befreiung gelesen: Apranihita, im Deutschen meist übersetzt mit „Absichtslosigkeit“, „Wunschlosigkeit“ oder auch „Ziellosigkeit“. Dabei sind mir einige neue Erkenntnisse gekommen, die ich hier gerne niederschreiben möchte. Übrigens: Weil obige Übersetzungen eher irreführend sind, verwende ich lieber „Apranihita“ als Fremdwort.

Apranihita und diese Auszeit

Inspiriert für diese Auszeit hat mich ja das Lied „Ich möcht auch mal nichts tun“ von Joachim Goerke. Dabei hab ich das „Nichts tun“ im Sinne von „Wu Wei“ („Nicht Handeln“) verstanden, das man besser beschreiben könnte, als „ganz im Einklang mit dem Universum handeln“.  So habe ich auch ganz bewusst keine konkreten Pläne, wie große Reisen oder so, für diese Auszeit gemacht. Gestern ist mir klar geworden, dass dies ein Ausdruck von „Apranihita“ ist, und das ist immerhin ein „Tor zur vollständigen Befreiung“!

Apranihita und die Fünf Achtsamkeitsübungen

Heute beim morgendlichen Bambusstock-Qigong kam mir dann noch eine Erkenntnis: Die Fünf Achtsamkeitsübungen  wurden von Thay ganz bewusst so formuliert, dass sie niemand 100%-tig erreichen kann. Er vergleicht es auch mit einem Nordstern, der einem zwar ganz entscheidende Orientierung bietet, aber der niemals erreicht werden kann. Begründet wird das meist damit, dass Thay damit vermeiden wollte, dass sich einige über die anderen stellen würden, wenn sie denn die „Regeln“ komplett befolgt hätten.

Heute sehe ich diese Formulierung der Fünf Achtsamkeitsübungen auch als Ausdruck von Apranihita: Man hat zwar eine Ausrichtung (das ethische Handeln) ohne aber ein konkretes End-Ziel erreichen zu wollen, wie „ich habe alle Regeln eingehalten“.

Damit hat uns also Thay mit den für auch Einsteiger gut nachvollziehbaren Fünf Achtsamkeitsübungen gleichzeitig das „Tor zur vollkommenen Befreiung“ geöffnet! Indem wir uns in den Fünf Achtsamkeitsübungen üben, durchschreiten wir quasi nebenbei das „Tor zur vollkommenen Befreiung“ – cool, oder?

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