Es klappert die Mühle …

20181126_193749-1391839474.jpgMein Schroter für den Frühstück-Frischkornbrei hat nun endgültig den Geist aufgegeben.

Weil ich schon länger mit einer „richtigen“ Mühle geliebäugelt habe, und bei Komo auch ein relativ preisgünstiges Model gefunden habe, bin ich jetzt stolzer Besitzer einer elektrischen Getreidemühle, die Komomio. Oh Komomio … 😉

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Schaut schon mal ganz nett aus, obwohl aus Kostengründen wohl (recycelter) Kunststoff mitverwendet wurde, aber die Seitenteile und der halb runde Behälter für die Körner ist aus schönem Echtholz.

Mit 400 W zählt sie schon zu den „großen“, ich hab gelesen, dass die Mühlen mit 250 W auf feinster Stufe Probleme mit dem Anlaufen haben.

Sie mahlt 100 g Mehl auf feinster Stufe pro Minute, d.h. 500 g für ein Brot dahern ca. 5 min. Mit meiner Handmühle wäre ich da wesentlich länger am Kurbeln!

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Einstellung der Feinheit. Es gibt keinen Einstellknopf, sondern man verdreht oben den Einfülltrichter! Der ist auch etwas schwergängig, sodass ich eigentlich 4 Hände bräuchte, 2 zum Drehen, und 2 zum Halten. Aber mit ein bisschen Übung, und notfalls die Maschine einschalten, gehts leichter.

Auch als Ingenieur ist es empfehlenswert die Gebrauchsanleitung zu lesen, und dort fand ich auch den hilfreichen Tipp, dass man für die feinste Einstellung solange rechtsrum dreht, bis die Steine aufeinander schleifen, und dann ein bisschen zurück. Ich hab mir die Stelle gleich mit einem Permanent-Marker angezeichnet. Zum Schroten bin ich noch am Probieren, hab mir mit Bleistift eine Markierung bei ca. 1/4 Drehung nach links gemacht.

Gespannt war ich natürlich, wie sich das Gerät in der Praxis bewährt, und ob es wirklich einen Unterschied im Geschmack gibt. Hier meine ersten Tests:

1. Frischkornbrei

Mein tägliches Frühstück ist schon seit vielen Jahren (genau seit 2007 und meinem Urlaub in der Bio-Pension Klasing auf Spiekeroog) ein Frischkornbrei. Seit dem Buch „Rohkost for low cost“ von Raw-Spirit nehm ich dazu die GoMi, die goldene Mischung aus 50% Hafer, 30% Roggen und 20% Dinkel, (ich nehm Urdinkel von Horstmann).

Ergebnis: Super! Das Schroten mit der Handkurbel von 100 ml Körnern ist im Wohnwagen oft der Grund, dass ich lieber Buchweizen einweiche, ohne Schroten! Besonders wenn ich abends müde bin. Aber mit dem Komo-Teil rauscht das so schnell durch, dass ich mit dem Fotografieren gar nicht nachkomme.  Und das tollste, das Müsli schmeckt tatsächlich noch besser als mit dem alten Schroter mit Stahlmühlen. Vielleicht auch, weil das Schrot feiner ist? Egal, hauptsache lecker.

2. Pfannkuchen

Nur zum Testen hab ich 3 EL Urdinkelkörner fein gemachlen. Als ich es wie gewohnt, mit 1 schwach geh. EL Vegg Egg, 1 TL Birkenzucker, einer Prise Salz und Reismilch angerührt habe, und dann in die Pfanne kippte, hab ich gemerkt, dass das Volumen von Mehl und Körnern unterschiedlich ist! Normal nehme ich 3 geh. EL Mehl, das füllt die Pfanne und ich mach Kaiserschmarrn daraus, weil es zu dick ist zum Wenden. Aber die 3 EL Körner sind genau richtig für einen flachen Pfannkuchen.

2018-11-25 18.13.58Das Kokosöl zwar gesund ist, aber die Pfannkuchen leicht ankleben hab ich das Bio-Bratöl auf Sonnenblumenkern-Basis genommen.

Jede Seite 2 Minuten, dann konnte ich einen schön gebräunten und unheimlich leckeren Pfannkuchen genießen. Mit Hagebuttenmarmelade war es ein ganz spezieller Genuss, aber auch jede andere Marmelade oder Ahornsirup wären gegangen. Ganz toller Pfannkuchen, ich bin begeistert!

3. Kerniges Walnussbrot

Dann wollt ichs wissen: Brot backen! Zuerst wollte ich das Turbo-Rezept hernehmen, aber weil ich da noch das Problem mit der richtigen Wassermenge zum Urdinkelmehl lösen muss, wollte ich lieber ein Rezept zum Selberkneten. Von Viech & Ginger (Kochen gegen Krebs) hatte ich kürzlich ein Rezept gesehen für ein richtiges slow speed Dinkelbrot mit Walnüssen und Saate: Kerniges Walnussbrot!

Ich gebe der Komomio 550g Urdinkelkörner zum mahlen, und merke, dass die 5 min ganz schön lang – und laut sind. Aber nicht so schlimm wie der Mixer. Trotzdem hab ich beim Fotografieren Oropax in die Ohren.

Ich vermute, dass die Leinsamen, Sonnenblumen und Kürbiskerne ihren Anteil zum „Kochen gegen Krebs“ beitragen, daher habe ich das Rezept unverändert übernommen. Leider hatte ich nach dem Lebensmittelmotten-Unglück noch kein Grünkern nachgekauft, daher nahm ich wie beschrieben Roggenmehl als Alternative. Dabei hat’s dann auch ein bisserl mehr Wasser gebraucht, aber das Schöne an den Knetrezepten ist ja, dass man die Wassermenge nach Gefühl steigert, bis es gut knetbar ist.

20181126_105918-1278627951.jpgDas besondere an dem Rezept ist das „Toagal“ wie es meine Mutter genannt hat und alle Heferezepte damit begonnen hat. D. h. man löst die Hefe (Germ) in lauwarmen Wasser auf, macht im Mehl eine Mulde, deckt es darin mit etwas Mehl zu und läßt es 20 min gehen. Außerdem schreibt das Rezept von 2 Stunden Gehzeit und es kommen 3 EL Öl in den Teig. Durch letzteres wird der Teig wohl auch nach dem Kneten schön geschmeidig.

Ich hab das Brot zusätzlich noch „rundgewirkt“, und vor dem Backen nochmal verkehrt rum 1/2 Stunde ruhen lassen, derweil mein Pizzastein mit 250°C aufgeheizt wurde. Also richtig slooow fooood 😉

Auf 250°C dann 10 min und auf 230°C weitere 30 min (bei meinem altersschwachen Ofen, sonst sind es 20°C weniger).

Der Klopftest hat eindeutig „hohl“ geklungen, wie eine Trommel!

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20181126_150331-1499801035.jpgAls ich dann nach 30 min Abkühlen meine Neugier kaum noch zügeln konnte, durfte ich es anschneiden – wow! So knusprig und locker war es noch nie!

Den Geschmack kann ich leider noch nicht voll beurteilen, weil ich vor lauter Begeisterung das Salz vergessen habe! Aber mit Miso-Paste unter meiner selbergemachten Leberwurst schmeckte es superlecker!

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Detail-Studie

Fazit

Die Komomio-Mühle hat sich bewährt und macht mir Freude!

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