Kletznbrot ohne Kletzn

Als großer Fan von Kletznbrot wollte ich das am Ende meiner Auszeit auch noch probieren, aber konnte in den umliegenden Bioläden keine Kletzn (getrocknete Birnen) finden. Also hab ich aus den vielen Rezepten für Früchtebrot ein vielversprechendes ausgesucht, Früchtebrot von Mama Mude!

Das zugehörige Youtube-Video besteht zwar nur aus Fotos mit dazu gesprochenem Kommentar, aber es ist alles drin, damit man weiß wie es geht.

Besonders gefallen hat mir, dass sie Dinkelvollkornmehl verwendet, da kann ich darauf hoffen, dass die Wassermenge halbwegs zum Mehl passt, aber wo ist das Wasser?

Trockenfrüchte:
   75g Backpflaumen
   175g Aprikosen
   100g Feigen (oder Datteln)
   100g RosinenCranberrys
   25g Cranberrys (oder Korinthen)
   50g Zitronat
   50g Orangenat
500g Vollkorndinkelmehl
1 Päckchen Hefe oder 1 Würfel frische Hefe
125g zarte Haferflocken
100g Mandelstifte
1EL Lebkuchengewürz
abgeriebene Schale einer Zitrone (frisch oder als fertiges Päckchen)
abgeriebene Schale einer Orange (frisch oder als fertiges Päckchen)

Das kommt nach Bedarf über das Aufweichwasser dazu: „Dafür mischt ihr das Mehl mit der Trockenhefe und fügt etwas von dem Aufweichwasser und etwas warmes Wasser (damit die Hefe gehen kann) nach Bedarf dazu.“ Früher hätte mich das abgeschreckt, aber nach fast einem Jahr Backen mit Hefeteig war es mir sogar lieber es nach Gefühl zu wässern, weil ich das auf mein spezielles Urdinkel-Vollkornmehl besser eingehen kann.

Weil ich heute eigentlich schon früh an den Ammersee fahren wollte, hab ich den Hefeteig schon am Vorteig angesetzt und in den Kühlschrank zum Gehen gegeben. Dabei hab ich übersehen, dass das Aufweichwasser sehr viel Geschmack und insb. Süße von den Früchten annimmt. Daher schmeckt wohl das Kletznbrot noch weniger süß als gedacht, aber ich möchte ja nicht vorgreifen.

Ich hab mich streng an das obige Rezept gehalten, nur 1/2 Würfel Hefe, diesmal wegen dem Kühlschrank (hat gut gereicht) und statt zarte Haferflocken hatte ich Vollkorn-Haferflocken rein. Die Trockenfrüchte hab ich nur ganz grob geschnitten, die Pflaumen nur in 3 Teile, ebenso die Aprikosen. Nur die sehr trockenen Datteln hab ich feiner geschnitten.

Der Teig ist auch im Kühlschrank schön aufgegangen, aber als ich ihn zu den eingeweichten Trockenfrüchte in die Schüssel gegeben habe, bin ich erstmal erschrocken: Sooviel Früchte für soowenig Teig! Wie soll sich das vermischen?

Ich habs dann so gemacht, wie kleine Kinder im Baz spielen, mit den Fingern reingrapschen, dass die Masse zwischen den Fingern durchquillt. Das hätte ich gerne fotografiert, aber ich hatte keine saubere Hand frei! Die beiden haben sich dann gut vertragen und sich erstaunlich schnell vermischt.

Mama Mude schreibt, man soll das Ergebnis in 3 Formen füllen, ich hab aber nur 2. Mutig hab ich beschlossen ein Brot frei zu formen. Ich hab es – wie beim Brot backen gelernt – lang gewirkt und dann auf das Blech zwischen den beiden Formen gelegt. Notfalls könnten diese ja das Auseinanderlaufen verhindern.

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Und jetzt kommt eine Besonderheit bei Mama Mude: Man soll zuerst bei 50°C eine Stunde, dann hoch auf 170°C (200°C bei meinem Ofen) für nochmal eine Stunde! Mir war auch nicht klar, ob sie Umluft oder Ober/Unterhitze hat. Das kam mir schon höchst suspekt vor, und ich hab erst mal gegoogelt, was die anderen so schreiben. Ich wollte nicht schon wieder ein halbfertiges feuchtes Brot, das ich x-Mal nachbacken muss. Aber die anderen verwenden ähnliche Temperaturen und teilweise nicht so lange, also hab ichs gewagt!

Tataaaa!

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Der mittlere, von mir frei geformte ist sogar am schönsten aufgegangen, der in der großen Form sah etwas mickrig und zurückgeblieben aus. Ich hatte den fertigen Teig gewogen, und aus je 600 g ein Brot geformt.

Danach solle man sie in ein Tuch wickeln und einen vollen Tag (!) ruhen lassen!!!

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Ich hab sie in das neu gebaute Flur-Regal geschoben und den Vorhang vor, aber meine Neugier war dann doch stärker. Wie sollte ich diesen Blog schreiben, wenn ich nichtmal weiß, wie es schmeckt, und ob es durch ist?

Also hab ich den mickrigen doch angeschnitten und es schaut gut aus:

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Der Teig ist gut durch, und es schmeckt unverschämt lecker! Ich musste gleich noch ein Stück abschneiden, um sicher zu gehen <g> 😉

Es könnte höchstens noch einen Tick süßer sein, das wäre vielleicht mit dem Einweichwasser im Teig besser gewesen. Nächstes Mal werde ich das für den Teig verwenden, es aber lieber erwärmen, als mit warmen Wasser zu verdünnen.

Und ich hätte gerne noch ein paar ganze Mandeln zum Beißen dringehabt (statt der Mandelstifte), das kann ich vielleicht beim nächsten Mal noch probieren.

Die beiden Backformen muss ich jetzt noch abspülen, sind ganz schön mit Mehl verkleistert! Weil das frei geformte eh besser ausschaut, und ich mir dann das Abspülen sparen kann, werde ich das nächste Mal alle drei frei formen.

Brav hab ich die beiden Hälften zusammen geschoben und wieder eingewickelt, damit sie bis morgen schön ruhen können.

Jetzt hab ich noch je 50 g Zitronat und Orangeat übrig, mal schauen, was ich damit mache … stay tuned!

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