Microabenteuer im Biberland

Trotz des Regenwetters hatte ich heute mal Lust in die Natur zu gehen. Daheim hatte ich mir ein heißes Kürbiscurry gekocht (mit Resten vom gefundenen Kürbis aus dem Gefrierfach), mit Ingwer und Cheyennepfeffer und in den Thermos-Henkelmann gefüllt. Quechua Wurfzelt und Isomatte eingepackt und los gehts.

Mein Auto hab ich am Wanderparkplatz abgestellt, wo die Straße zwischen Dießen und Fischen die Ammer kreuzt. Dann ging es mit Nordic Walking Stöcken an der Ammer entlang Richtung See. Weil der Westwind den Regen so vor sich herpeitschte bin ich am östlichen Ufer gegangen, damit mir die blattlosen Büsche und Bäume zumindest etwas moralischen Schutz bieten können.

Als die Geräusche der Landstraße verklungen waren und der Weg immer schmäler wurde, fand ich mich in einer anderen Welt wieder. Die Spuren von Bibern, die spitz zugenagten Bäume, kannte ich bis vor wenigen Jahren nur aus Tierfilmen über Nordamerika. Hier am Südufer des Ammersees kommt nun auch Kanada-Feeling auf. Die frisch abgenagten Bäume leuchten direkt im Grau des Dezember-Auwalds, man meint förmlich die Nager noch hören zu können. Erstaunlich, was die so wegschaffen! Seht selbst:

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An einer Stelle hatte ich den Eindruck, dass Papa seinen Kleinen das Nagen beibringt, denn bei einem schon gefällten Baum waren mehrere Nageversuche nebeneinander zu sehen:

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Blick einen Biberweg entlang zur Mündung der Ammer

Am Ende des Weges, wo die Ammer in den Ammersee fließt hatte ich vor zu rasten. Doch das Dickicht dahinter war voller breiter Biberwege, dass ich mich zum ersten Mal noch weiter vorwagte. Und nach ein paar Zickzack-Gängen fand ich dann auch ein kleines ebenes Plätzchen für mein Quechua und machte es mir direkt in der Wildnis gemütlich. Es regnete immer noch leicht, aber der Wind hatte hier nachgelassen, sodass ich die Strandmuschel Richtung Flussmündung ausrichten konnte.

Und der Stoff hielt auch den Regen ab, sodass ich ganz gemütlich mein Curry genießen konnte. Als Nachspeise gabs ein Stück vom gesunden Stollen! Draußen schmeckt es mir immer am besten!

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Ein Verdauungsschläfchen war etwas schwierig, weil die Strandmuschel so kurz ist, dass meine Füße rausschauen, und im Regen wären sie sehr schnell naß und kalt geworden. Auch der Untergrund war – trotz Isomatte – zu kalt um auf dem Rücken zu liegen. Also legte ich mich auf die Seite, mit angewinkelten Beinen in Embryohaltung – mitten im Schoß von Mutter Natur. So konnte ich tatsächlich in einen kurzen Power-Nap eintauchen und neue Energie tanken.

Mein Mocca-Set hatte ich heute nicht dabei, und weil es auch schon dämmerte, hab ich meine nassen Sachen eingepackt und mich auf den Heimweg gemacht. Dabei hab ich einen Hund erschrocken, als ich so aus dem Dickicht brach. Sein Frauchen wollte mich beruhigen, dass er nix tut, aber er hatte viel mehr Angst vor mir, als umgekehrt! Er verkroch sich ins Gebüsch und kam erst wieder raus, als ich vorbei war! Der Arme, was der wohl heute in seinen Hunde-Blog schreibt? 😉

 

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