Isarflimmern mit Bibern

Vorgestern haben mich die zaghaften Sonnenstrahlen  animiert einen Ausflug in die Pupplinger Au zu machen. Dort hab ich zum ersten Mal Zeichen von Bibern an der Isar gesehen!

Hast du schon mal die Spuren von Bibern an der Isar gesehen? Wo genau?

Aber erstmal der Reihe nach. Die Pupplinger Au ist eine wunderschöne Isar-Auenlandschaft in der Höhe von Wolfratshausen. Vom Ort über die Brücke biege ich links ein zu einem großen Wanderparkplatz in der Nähe einer Wirtschaft (man muss aber nicht einkehren!). Erinnerungen wurden wach, weil dort gibt es eine ebene und kaum befahrene Teerstraße, wo ich damals meinem Buam das Radln geübt habe. Ich bin früher auch gerne quer durch den Wald gegangen, bis zu der Stelle, wo Loisach und Isar sich vereinigen – schon bei den Kelten galten Zusammenflüsse als magische Orte!

Jetzt blickte ich auf meine OSMAND App und fand eine Reihe von Wanderpfaden eingezeichnet. Einem davon folgte ich, dem der zuerst an die Isar führte. Und schon bald merkte ich, dass andere Menschen offenbar auch diese App benutzen, denn – anders als früher – waren die Wege deutlich sichtbar ausgetreten.

Was mich an dieser Landschaft schon immer beeindruckte ist, dass hier die Bäume alle viel kleiner sind, als „normal“. Die Kiefern, Fichten mit reifen Zapfen und andere schauen zwar alt und „erwachsen“ aus, sind aber nur etwa halb so groß, wie gewohnt. Schaut aus wie ein Märchenwald aus Baum-Liliputanern!

Juniperus_communis_conesDiesmal ist mir auch noch was anderes aufgefallen: Es gibt hier eine Menge Wacholdersträucher. Deren kurze Nadeln sind auch jetzt noch grün, und einige tragen grüne, runde Früchte. Einer hatte auch schwarze Früchte, da traute ich mich probieren – ja, schmeckt nach Wacholder, aber nur ganz leicht. Leider hab ich hier kein Foto gemacht, daher ein Bild von Wikipedia.

Bald hatte ich die Isar erreicht, die nach den Regenfällen der letzten Tage zu einem majestätischen Fluss angeschwollen war!

 

Das Isarrauschen ist im Video zu hören:

 

Ab jetzt ging es direkt am Hochufer der Isar entlang Richtung Kiesbänke und Zusammenfluss von Loisach und Isar, da kam die Überraschung: Ein Schlachtfeld der Biber! Sie hatten an einer Stelle alles angenagt, was ihnen in den Weg kam. Einen ganz dicken Baum haben sie gefällt, und einige dünnere wohl als Appetit-Happen! An einer Stelle ist zu sehen, wie hoch sie ansetzen zum nagen, die müssen sich da ganz schön strecken! Hier die schönsten Fotos wieder als Dia-Show:

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ich schlenderte auf die erste Kiesbank, da meldete sich auch schon der kleine Hunger. Ich hatte wie jeden Donnerstag meinen Hildegard-Brotfasten-Tag, und außer ein paar kleinen aufgetauten Dinkelsemmeln mit Brühstück (sie sind tatsächlich auch nach dem Auftauen noch sehr locker!) noch nix gegessen.

Also heizte ich meinen Ultralightkocher mit einem großen Stück Esbit Trockenbrennstoff an, und kochte darauf etwa 300 ml Wasser (ich hatte keinen Messbecher dabei, also „nach Gefühl“). In einer Tupperbox hatte ich mir die Zutaten für eine Dinkel-Misosuppe mit Wakame-Instantalgen zurechtgemacht. Nur noch das kochende Wasser drauf, ein bisserl umrühren, und fertig ist die Fastenspeise. Mit einer schönen Aussicht auf die leise plätschernde Isar genoss ich meine warme Brühe.

 

Nach dem Mahl legte ich mich zu einem kleinen Nickerchen, wie üblich seitlich, um dem kalten Boden weniger Angriffsfläche zu geben mir die Wärme zu rauben.

In seinem berühmten song Isarflimmern besingt Willy Michl das träumende Ufer, den träumenden Fluss und hier träume auch ich:

20181227_151703-1195825220.jpg

Beim Aufwachen hatte sich der Hochnebel gelichtet und den Blick auf eine Herde von Schäfchenwolken freigegeben. Einige Zeit später sollten diese die Leinwand für einen feuerrot-orangenen Sonnenuntergang bilden. Hier erstmal der Blick aus meiner Wurf-Isarstrandmuschel:

20181227_1518421563759000.jpg

Ich schließe mit Willys Worten „I sog eich des is, des Isarflimmern, mitten im Paradies …“

Hier der Text mit Gitarrengriffen. In diesem habe ich aus der Erinnerung Willys Textvariante mit der Botschaft der Indianer zur Reinhaltung der Flüsse eingebaut, ich finde leider die entsprechende Audio-Aufnahme nicht mehr von ihm. Die sexistische Variante ist offenbar im Publikum beliebter. Für Hinweise wäre ich sehr dankbar.

Nachtrag:

Jetzt hab ich einfach selber die „richtige“ Aufnahme gemacht:

Anonymous-trble-clefIsarflimmern von ArnoAnonymous-trble-clef

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.