Gear-Test Edelstahl-Becher mit Klappgriffen und Deckel

Die echten Bushcrafter testen gerne Ausrüstung und nennen das „Gear-Test“. Ich hab mir kürzlich einen Edelstahl-Becher mit Deckel und Griffen gekauft, damit wollte ich Wasser kochen, aber auch Essen mit dem Esbit-Kocher warm machen. Hier meine Erfahrungen damit.

Kauf und Bestellung

7c1b368c3dd24406ec64741a0c02e875.image_.300x300Auch wenn ich beim Wandern aufs Gewicht achten wollte, ein Titan-Teil schien mir doch übertrieben, zumal ich ja eine Wasserflasche aus Edelstahl mit mir rumtrage. Das Teil sollte Klappgriffe haben, die man nicht zuhause vergessen kann, und einen Deckel, um die Heizenergie bestmöglich auszunutzen. Meine Wahl fiel dabei auf den Baoblaze Outdoor Becher/Camping Becher 500ml mit Klappgriffen und Deckel .

Das Teil war mit einem Klick schnell bestellt. Nach einigen Tagen wunderte ich mich über die lange Lieferzeit von einigen Wochen! Erst als ich mit ein paar Umwegen die Versender-Adresse herausgefunden habe, war mir klar warum. Das Teil kam von:

nanshanqu longgangqu henggangjiedao
xinyijinxiuhuayuan 5haolou shangpu S104-1
shenzhen 
518000
China

Wenn ich das gewusst hätte! Nachhaltiger Transport schaut anders aus! Zu spät.

Das Teil wiegt übrigens 150 g mit Deckel. Und die Skala im Inneren ist mittlerweile korrekt, ich habs nachgemessen. Einige Kommentare hatten auf eine große Abweichung hingewiesen.

Erster Test mit Nudelsuppe

Dazu brachte ich ca. 300 ml Wasser zum Kochen, dazu reicht ein großer Esbitwürfel von 15 g. Der Deckel hat Löcher durch die der Wasserdampf strömt und anzeigt, dass es kocht. Dann die veganen Instand-Asia-Nudeln rein, dazu Wakame Instant Algen, Gemüsebrühe, gewürfelter Räuchertofu und Miso, umrühren und 5 min warten. Die Mischung hatte ich zuhause vorbereitet und in einem Papierbeutel mitgenommen.

Klappt wunderbar, der Becher ist groß genug, dass man umrühren kann ohne was zu verschütten, und der Deckel hilft nicht nur beim Kochen, sondern auch beim Ziehen lassen.

Die Nudeln waren noch etwas sehr al-dente, vielleicht hätte ich sie ein bisschen mit kochen lassen sollen?

Zweiter Versuch: Erbseneintopf aufwärmen

20190204_1318201419687315.jpgFür meine Schneetour an der Isar hatte ich mir Erbseneintopf mitgenommen, eine Portion lt. Rezept für Westfälischen Erbseneintopf für den Slow Cooker. Die Menge passte gut in den Becher, darunter hatte ich noch etwas Schnee gegen das Anbrennen rein.

Ein großer Esbit-Würfel reichte gerade zum Erwärmen. Ich hab gleich direkt aus dem Becher gelöffelt, um die Wärme nicht zu verschwenden.

Die klappbaren Handgriffe sind schön kühl geblieben, obwohl der Eintopf dampfend heiß geworden ist.

Es hat gut geschmeckt, doch trotzdem ich immer wieder umgerührt habe, ist es doch am Boden an einigen Stellen angebrannt. Den Geschmack hats nicht beeinträchtigt, aber daheim musste ich mit Akupads arbeiten, einweichen allein hat nicht gereicht!

Was kann man dagegen tun?

Dritter Versuch: Schnee schmelzen für Tee

Und weils hier die letzten Tage so viel geschneit hat, bin ich auch noch ohne Wasser losgezogen und hab mich darauf verlassen Schnee zu schmelzen.

20190205_140032-2143048314.jpgDabei kommt schon richtig Bushcrafter-Feeling hoch, und vor meinem geistigen Auge sehe ich mich in den Weiten Alaskas, oder in den Bergen des Himalaya 😉 Und immerhin sparte es auch Gewicht kein Wasser schleppen zu müssen (meine strapazierten Plattfüße, Knie und Hüften spürten das deutlich)

Ich hatte letztes Jahr schon mit einem kleinen Teekesselchen Schnee geschmolzen, und dabei Schwierigkeiten gehabt genug Schnee reinzustopfen. Mit diesem Becher war das kein Problem. Einmal in den tiefen Schnee, und noch weiter Schnee rein drücken, bis er oben raus schaut.

Mit einem großen Esbitwürfel konnte ich diesen Schnee komplett schmelzen, aber das wars schon. Der Becher war ca. 3/4tel mit Wasser gefüllt, das war sogar mehr, als ich für meine Teetasse von ca. 250 ml brauchte.

Zum Trinken hätte die Temperatur gereicht, aber es brauchte nochmal einen Würfel um das Wasser auch zum Kochen zu bringen für den Tee.

Durch die große Becheröffnung konnte ich danach auch einfach weitere Schneebällchen nachfüllen und weiter schmelzen.

Wenn ich nur Tee zubereiten möchte muss ich wohl noch die richtige Schneemenge herausfinden, um keinen unnötigen Esbitwürfel zu verschwenden.

Vorsorglich hatte ich den Schnee unter dem Kocher abgegraben. Innerhalb des Windschutzes ist es dann wohl so warm geworden, dass auch alle Schneereste darin geschmolzen sind.

So hat mein Schneelager ausgesehen:

Fazit

Das Teil ist sehr praxistauglich und macht Freude daraus zu Essen. Aus Gründen der Nachhaltigkeit würde ich aber eher ein Teil aus heimischen Gefilden empfehlen. Habe aber bislang keines aus Edelstahl und mit Deckel gefunden.

Als Low-Cost Lösung kann man sicher auch eine herkömmliche Blechtasse mit Zange oder Thermohandschuh nehmen, denn der Griff wird dabei sau-heiß. Als Deckel müsste man sich was basteln, wobei ich es schon mal mit einem Blechdeckel von einem großen Gurkenglas versucht hatte. Dabei hatte ich allerdings übersehen, dass die innen mit Plastik beschichtet sind, was prompt zu kokeln angefangen hat! Denn die Flammen des Trockenbrennstoffs lodern manchmal ziemlich kräftig auf. Man könnte den Deckel wohl auch mit der Plastikbeschichtung nach oben drauflegen, aber dann rutscht er leicht ab. Hat jemand eine Idee dazu?

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